Praxis Dr. med. Peter Lauber
Arztpraxis für anthroposophisch erweiterte Medizin und Neuraltherapie

Diese Seite wird immer mal wieder verändert und ergänzt.


Geistschürfen 





Weiterführende Fragestellungen


Was ist der Unterschied zwischen     


Heilung und Symptomfreiheit


Rhythmus und Takt


Mannhaftigkeit und Männlichkeit


Metamorphose und Veränderung


Schöpfen und Erinnern


Synergie und Addition


Emergenz und Summe der Teile


Hören und Horchen und Lauschen


Staunen und Sehen


Würde und Stolz


Treue und Pflicht


Mitgefühl und Treue


Güte und das Gute


Kraft und Macht


Leidenschaft der Rose und der Margerite


geistesgegenwärtige Selbstaktivität und selbstaktive Geistesgegenwart


Sein-Werden und Werden-Sein



Qualität und Quantität


( Quantität entindividualisiert und standartisiert
Qualität führt in Begegnung und Beziehung ).




Gedanken


Probleme entstehen durch das, was ich in etwas oder jemanden sehe bzw was ich nicht immer wieder von neuem in der Lage bin, darin an Möglichkeiten zu erkennen.

 (=Axiom, Prämisse)

egal welcher Fraktion ich angehöre


 

Schmerzen, alles Leid erzwingt aufdringlichste Aktualität und Hingabe.


Findet sich für ein Problem keine Lösung, kann wortwörtlich eine Lösung sich ergeben im Sinne einer Lockerung des Festgefahrenen durch ein über längere Zeit inneres Bewegen ohne Anspruch auf sofortige Antworten. Das gilt sowohl für das Innerseelische als auch im Zwischenmenschlichen, sobald die Bereitschaft und die Kraft für diesen Zustand der Aporie in den Beteiligten entsteht.


Vergangenheit versöhnendes und Zukunft schaffendes Jetzt ist/wird nur in Geistesgegenwart und Selbstaktivität..      


Je unbewusster ein Gefühl oder eine Annahme, desto weniger Metamorphose und Prozess ist möglich.



Ein Vorschlag zum Vorgehen

Wird eine Fragestellung oder ein Motiv über längere Zeit immer wieder von neuem und in einer ergebnisoffenen und suchenden Art innerlich bewegt, so können sich überraschende und oft entzückende Ergebnisse einstellen, welche sich sonst nicht ergeben hätten: schlöpferisch.  Diese sich am  sokratischen Begriff der Aporie orientierende Technik kann auf die drei Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen sowie auf das Soziale angewandt werden und hat eine über das Persönliche hinausgehende Bedeutung.


Im sokratischen Forschungsweg des Denkens wird durch die bewusste und länger ausgehaltene Aporie die eigene Denkkraft fokussiert wie ein Laserstrahl und kann so im Denken Evidenz-Erlebnisse ('es geht mir ein Licht auf') schaffen, welche ein schöpferisches/kreatives Potential haben können, das sich bezüglich Inhalt als auch der dabei erlebbaren Authenzität vom bisherigen überraschend absetzt.

Dies kann als eine sprichwörtlich Evidenz basierte Forschungsmethode bezeichnet werden, wobei hier dieses Evidenzerlebnis das Resultat von im Jetzt geistesgegenwärtig vollzogener Eigenaktivität ist und im Gegensatz zu Statistik basierter Evidenz in der Lage ist, nicht nur Quantität sondern nun auch Qualität zu erfassen.

Interessanterweise enthalten diese Forschungsresultate Elemente, welche über das rein Subjektive hinausgehen und von anderen Menschen in Eigenaktivität nachvollzogen werden können.
Diese Forschungsmethode birgt die Möglichkeit eines Schöpferischen und ist als orignär zu bezeichnen im Gegensatz zu einem Vorgehen, dass sich auf Erinnern, Abbilden und neu kombinieren von bereits Bekanntem beschränkt, was reaktionär und nicht origniell genannt werden darf.
In dieser Betrachtungsweise kann die als originär bezeichnete Vorgehensweise als ein lebendiges Denken bezeichnet werden, da darin ein Lebendiges zum Ausdruck kommt, genauso wie die in der Natur erlebbaren, nicht voraussagbaren Entwicklungen der Evolution.
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Dieses so als lebendig benannte Denken kann wie erwähnt Qualität erfassen und verbindet den Denkenden in einer authentisch erlebbaren Weise mit dem Gegenstand der Betrachtung in einer über das Subjektive hinausgehenden Weise, wobei der Denkende in derartigen Momenten der Gnade sich geistesgegenwärtig, selbstaktiv und selbstbewusst erleben kann.

Der Begriff gnadenvoll kann für nicht religiöse Menschen übersetzt werden mit 'nicht voraussagbar', überraschend und mit einer Gemütsbewegung des 'berührt werdens' sich einstellend.

Diese bisher in Bezug auf das Denken  beschriebene Forschungstechnik lässt sich ebenso auf das Fühlen und das Wollen anwenden.

Dabei dürfen diese verschiedenen Anwendungsgebiete nicht gegeneinander ausgespielt werden, da jeweils die selbe geistige Kraft der aktiv ausgehaltenen Aporie zur Anwendung kommt. Werden sie nicht hirarchisch gegeneinander ausgespielt im Sinne das eine ist wichtiger als das andere, dann können sie sich befruchtend und synergistisch zusammen wirken.

Wird diese geistesgegenwärtige Kraft der aktiv ausgehaltenen Aporie auf das Fühlen angewandt, so werden die klassischerweise sich spontan oder in Reaktion auf etwas Àusseres oder Inneres ergebenen Gefühle ebenso gebündelt wie zuvor beschrieben im Denken. Als Inhalt für dieses fokussierte Fühlen ist es sinnvoll, einen weisheitsvollen Gedanken oder ein Naturphänomen zu wählen, da dies mich über mich hinaus führt in eine Verbundenheit mit einem Ganzen. Anhaltend fokussiertem erwartungs-/ergebnisoffenem Fühlen (=Meditation) wohnt ein versöhnender Heilungsvorgang inne: Es kann heilen und heiligt im tiefsten Sinne des Wortes..

Nun zum dritten Forschungsweg, wo dieses Prinzip im Sinne der "andersartigen Gleichheit" auch auf den Willen angewandt wird: Ein zur Ausführung drängender Willensimpuls wird vorerst noch nicht ausgeführt und dadurch (ebenfalls im Sinne einer Aporie) länger im eigenen Bewusstsein aktiv angehalten bzw gestaut und wiederum erwartungslos/ergebnisoffen mit höchster selbstaktiver Aufmerksamkeit längere Zeit weiter gewollt.

In der Waldorfpädagogik wird dies 'Willenstau' genannt, wo die Lehrkraft die Kinder wiederholt "gluschtig/neugierig" macht auf ein künftiges Projekt.

Dies hilft, Denken, Fühlen und Wollen in Einklang zu bringen, so dass alle diese drei Seelenkräfte bei der später folgenden Ausführung mitbeteiligt sind - es verhilft zu Geistesgegenwart.

Es ist wirklich sehr interessant, diesen Willenstau im eigenen Alltag anzuwenden, zB wenn ich wütend bin, mir meines damit verbundenen Willensimpulses bewusst werde und diesen staue, dh vorerst nicht in eine Handlung ausfliessen lasse. Und dabei diesen Willensdrang nicht zu ignorieren suche sondern ihn (wiederum im Sinne der Aporie) geistesgegenwärtig aktiv und somit in Freiheit bewusst und neugierig (=ergebnisoffen) in einem ergebnisoffenen Schwebezustand halte.

Das sind drei Forschungswege mit dem gleichen Grundgedanken, angewendet auf die drei Seelenkräfte Denken, Fühlen und Wollen, welche durch das Prinzip einer bewusst erzeugten Aporie das Göttliche in mir zum Ausdruck bringen in einer prospektiv/im Voraus  nicht erfassbaren und potentiell schöpferischen Einzigartigkeit und dadurch die Evolution unseres Planeten schöpferisch weiter entwickeln im Sinne einer Metamorphose. Die Evolution geschieht nicht nur in der Natur sondern auch durch uns Menschen, wenn wir uns entwickeln und über uns hinauswachsen. Entscheidend dabei ist, dass dies nur durch Eigenaktivität geschieht, dh durch eigene im Jetzt erfolgende Anstrengung und nicht passiv.

Im Sinne einer andersartigen Gleichheit kann dieser Gedanke auch auf alles Soziale angewandt werden:

Eine herkömmliche Form der Gemeinschaftsbildung ist darin begründet, dass die Beteiligten eine Familien- oder Volkszugehörigkeit, ähnliche Bedürfnisse, Sympathien/Antipathien, ein Bekenntnis, Ideale, eine Weltanschauung oder Ziele teilen. Entsteht daraus etwas, so beschränkt sich das Entstehende auf das bereits Bekannte, allenfalls neu kombiniert. Eine ungenügende Übereinstimmung oder gar Andersartigkeit kann die Gemeinschaft sprengen und oft Ablehnung oder gar Ausgrenzung zur Folge haben.

Ganz anders zeigt es sich, wenn Verbundenheit und Gemeinschaft dadurch entstehen, dass die Beteiligten sich gegenseitig erleben in geistesgegenwärtem Streben nach Freiheit, Liebe und Erkenntnis (vielleicht könnte so Menschenwürde definiert werden) wie es sich auch zeigen kann  zB in einem vorurteilslosen, ergebnisoffenen, in einem in den oberen Abschnitten als lebendig bezeichneten und damit potentiell schöpferischen Denken.

Das die Beteiligten Verbindende hat durch dieses sich gegenseitige Erleben im Erkenntnisstreben unbestreitbar eine andere Qualität, als wenn sich ein Gemeinschaftsgefühl aus gemeinsamer Nationalität, Ideologie oder Religion speist.
Ein deratiges aus Eigenaktivität im Erkennen entstehendes Gefühl der Verbundenheit kann authentisch - ebenso wie im lebendigen Denken - ein Verantwortungsbewusstsein impulsieren und als eine Form von neuem Glauben bezeichnet werden, im Gegensatz zB zum tradionellen Glauben, wo Glaubensinhalte mit einem Aufforderungscharakter an mich herantreten und mich oft mit imperativem Charakter auffordern in einer vorbestimmten Weise zu reagieren: reaktionär.

Entzückend kann sich in dieser lebendigen Form der Gemeinschaftsbildung ergeben, dass gemeinsam geteilte Inhalte dazu keine Bedingung mehr sind, dh dass so Menschen unterschiedlichster Herkunft, Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht ungeachtet ihrer unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Neigungen und Anschauungen in eine  Form der Begegung kommen können, die sich als überraschend, berührend und bereichernd erweisen kann.

Es kann so Freiraum entstehen durch das in den Hintergrund Tretende:  Für Begegnung, gemeinsame Freude und potentiell schöpferisch neu sich impulsierende Zukunft, zum Segen für unsere Gesellschaft und unseren Planeten.
Ja, es braucht dazu manchmal nicht einmal Worte, wenn ein gegenseitiges Erkennen aufleuchtet und erklingt, wie es sich auch ereignen kann zwischen Liebenden, in der Kunst oder einer gnadenvollen Glaubensefahrung, im unfassbaren und namenlosen Zauber eines allumfassenden und Ewigkeit atmenden Augenblickes.

Ein weiterer Horizont erweiternden Schritt wäre folgender, über lange Zeit im Herzen zu bewegender Gedanke:
Die Schöpfung denkt sich durch den Menschen und durch den lebendig denkenden Menschen entwickelt sich die Schöpfung evolutionär weiter, wenn dieser seine Evidenzerlebnisse in sein äusseres Leben ausfliessen lässt. Siehe dazu auf dieser Seite zu unterst die letzten zwei Sätze im  Zitat von Rudolf Steiner aus seinem Buch 'Philosophie der Freiheit'.


Je länger desto mehr verdichtet sich in mir der Verdacht, dass heutzutage "Jetzt" je länger je mehr nur noch geistesgegenwärtig aktiv möglich ist bzw das klassisch passiv sich ergebende "Jetzt" ein zentraler Grund darstellt für die Probleme im eigenen Leben und  in unserer Welt.

" . . .  Das Denken führt alle Wahrnehmungssubjekte auf die gemeinsame ideele Einheit aller Mannigfaltigkeit. Die einzige Ideenwelt lebt sich in ihnen als in einer Vielheit von Individuen aus. Solange sich der Mensch bloss durch Selbstwahrnehmung erfasst, sieht er sich als diesen besonderen Menschen an; sobald er auf die in ihm aufleuchtende, alles Besondere umspannende Ideenwelt blickt, sieht er in sich das absolut Wirkliche lebendig aufleuchten. Der Dualismus bestimmt das göttliche Urwesen als dasjenige, was alle Menschen durchdringt und in ihnen allen lebt. Der Monismus findet dieses gemeinsame göttliche Leben in der Wirklichkeit selbst. Der ideelle Inhalt eines anderen Menschen ist auch der meinige, und ich sehe ihn nur solange als einen anderen an, als ich wahrnehme, nicht mehr aber, sobald ich denke. Jeder Mensch umspannt mit seinem Denken nur einen Teil der gesamten Ideenwelt, und insofern unterscheiden sich die Individuen auch durch den tatsächlichen Inhalt ihres Denkens. Aber die Inhalte sind in einem in sich geschlossenen Ganzen, das die Denkinhalte aller Menschen umfasst. Das gemeinsame Urwesen, das alle Menschen durchdringt, ergreift somit der Mensch in seinem Denken. Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott. . . . "
aus "Philosophie der Freiheit"
von Rudolf Steiner
Kapitel "Die Konsequenzen des Monismus" 2. Abschnitt
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